Räume in der ständigen Sammlung

Sprengel Museum HannoverSprengel Museum Hannover
Eine besondere Attraktion des Sprengel Museum Hannover stellen die künstlerischen Räume von Kurt Schwitters, El Lissitzy, James Turrell, Wolfgang Laib und Daniel Spoerri dar, die fest installiert in der Sammlung ständig zu sehen sind. Die fünf Werke sind unterschiedlich in ihrem Charakter und in ihrem Originalitätsanspruch, doch verbinden sie auch wichtige Gemeinsamkeiten.

Der Merzbau von Kurt Schwitters entstand von 1923 bis 1936 als ein privater Raum im ehemaligen Atelier des Künstlers. Mit der phantastischen Architektur, die den Raum im Laufe der Entwicklung immer stärker verfremdete und mit den Jahren mehr und mehr von der Außenwelt abschloss, schuf sich Schwitters eine Situation, in der er alle Ausdrucksmöglichkeiten seines „Prinzip Merz“ zusammenführen konnte. Der Merzbau, der 1943 bei einem Luftangriff zerstört wurde, konnte 1983 nach drei historischen Fotografien rekonstruiert und später in das Museum übertragen werden.

El Lissitzky schuf das "Kabinett der Abstrakten" 1927 im Auftrag des damaligen Leiters der Gemäldegalerie im Provinzialmuseum Hannover, Alexander Dorner, als einen Präsentationsraum für die aktuellen Kunstströmungen. Neben eigenen Werken waren in der strengen, ganz auf den Kontrast von schwarz-weiß-grauen und roten Farbflächen abgestimmten Architektur Arbeiten von Pablo Picasso, Fernand Léger und auch Kurt Schwitters zu sehen. Nach der Zerstörung des Kabinetts 1937 wurde der Raum anhand der Originalentwürfe 1969 neu errichtet und 1979 in das Sprengel Museum Hannover eingebaut.

James Turrell hat anlässlich der Eröffnung des Erweiterungsbaus 1992 speziell für das Sprengel Museum Hannover eine Installation mit vier Lichtsituationen geschaffen, die jeweils unterschiedliche Wahrnehmungserfahrungen ermöglichen und zugleich seine künstlerische Entwicklung seit 1967 repräsentieren. Der Besucher kann in jedem dieser Werke Licht als ausschließliche Erfahrung erleben und in seinen unterschiedlichen Qualitäten und seiner meditativen Wirkung erfahren.

Wolfgang Laib errichte 1995 die Installation „Nirgendwo“ in einem isoliert stehenden Raum-Appendix, der durch die Verknüpfung des Erweitungsbaus mit dem Altbau entstand. Riesige Granitplatten, die über Kopfhöhe des Betrachters angebracht sind, tragen drei wuchtige Schiffe aus duftendem Bienenwachs. Geht der Besucher in den schwach beleuchteten Raum, umfängt ihn der süße Geruch von Honig und, umso weiter er sich in den enger werdenden Raum hineinwagt, eine unglaubliche, schwer lastenden Stille. Nichts regt sich in dieser unwirklichen Zwischenwelt, „wo Bewegung und Stille eins sind“.

Der Verein der Freunde des Sprengel Museum Hannover e.V. hat im Frühjahr 2008 die Ensemble-Installation von Daniel Spoerri „Gekippter Raum. Kleine Nouveau Réalisme-Ausstellung, um 1960, nachempfunden von Daniel Spoerri 2007“ für die Sammlung des Sprengel Museum Hannover erworben. Bereits 1962, in der Ausstellung „Dylaby“ im Stedelijk Museum, Amsterdam, irritierte Spoerri mit einem um 90 Grad gekippten Raum, der mit Gemälden und Plastiken ausstattet war, die musealen Sehgewohnheiten. Für das Sprengel Museum Hannover hat der Künstler einen Raum mit nachgebauten Arbeiten von Christo, Gérard Deschamps, François Dufrêne, Raymond Hains, Yves Klein, Martial Raysse, Mimmo Rotella, Niki de Saint Phalle und Jean Tinguely realisiert. Mit ihm schuf Spoerri eine poetische Hommage an die Ideen der Gruppe der Neuen Realisten, die um 1960 die Avantgarde der europäischen Kunstbewegung darstellten. Ihrem Aufbruch in eine neue Zeit ist diese Arbeit gewidmet.
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Kurt Schwitters
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James Turrell
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El Lissitzky
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Daniel Spoerri
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