Geschichte des Archivs und des Werkverzeichnisses

Sprengel Museum HannoverSprengel Museum Hannover
Das zunehmende Interesse am Werk von Kurt Schwitters seit Mitte der 1950er Jahre führte weltweit zu umfangreichen Ausstellungen in Museen und Galerien. Der Sohn Ernst Schwitters wurde daher häufig gebeten, mit großen Konvoluten aus dem Nachlass als Leihgeber zu den Ausstellungen beizutragen. Um diesen umfangreichen Nachlass verwalten zu können, begann er, Fotografien und alle Angaben zu den Werken systematisch auf Karteikarten zu sammeln. Er vergab eine so genannte „preliminary oeuvre number“, eine vorläufige Œuvre-Nummer, die von ihm rückseitig auf zahlreichen Werken vermerkt wurde. Da Schwitters’ Werke auf dem Kunstmarkt immer begehrter wurden, war auch das spezielle Fachwissen von Ernst Schwitters in Form von Echtheitsexpertisen zunehmend gefragt. Obwohl er kein Kunstexperte war – beruflich arbeitete er als Fotograf –, verfügte er über eine profunde Kenntnis des Werkes seines Vaters.

Die Werkkartei diente nicht nur der Verwaltung des Nachlasses und der Unterstützung der gutachterlichen Tätigkeit von Ernst Schwitters, sondern war als Grundlage für die Publikation eines Werkverzeichnisses gedacht. Bereits in den 1970er Jahren hatten Gespräche mit interessierten Verlagen stattgefunden, doch durch den großen Umfang des Œuvres verzögerte sich die Fertigstellung bis zur Publikationsreife immer wieder. Als daher Ernst Schwitters im Sommer 1993 seine Werkkartei dem Sprengel Museum Hannover übergab, geschah dies mit der Maßgabe, dass das Museum seine Arbeit weiterführen und schließlich den Catalogue raisonné herausgeben möge.

Bei der Übergabe 1993 an das Sprengel Museum Hannover umfasste das Archiv etwa 2.000 Karteikarten mit zirka 1.700 Fotografien. Seitdem hat sich die Zahl der bekannten Werke nahezu verdoppelt, so dass zur Zeit rund 4.000 Werke im Kurt Schwitters Archiv im Sprengel Museum Hannover dokumentiert sind. Bei den neu aufgenommenen Werken handelt es sich zum Teil um gegenständliche Gemälde und Zeichnungen, die sich im Nachlass befanden. Ernst Schwitters hatte diese Werke nicht in seine Kartei aufgenommen und sie offenbar nicht für das von ihm geplante Werkverzeichnis vorgesehen. Der größere Teil, darunter verschollene Werke, konnte durch systematische Recherche in der Literatur, in öffentlichen und privaten Sammlungen, Galerien und Auktionshäusern nachgewiesen werden. Der Umfang des Œuvres wird auf insgesamt etwa 8.000 Werke geschätzt, von denen vermutlich 2.500 abstrakte und 2.000 gegenständliche Werke sowie 300 Skulpturen erhalten sind.
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Kurt Schwitters
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