Die Grafische Sammlung des Sprengel Museum Hannover

Sprengel Museum HannoverSprengel Museum Hannover
Wie viele andere Museen sammelt das Sprengel Museum Hannover neben Gemälden, Skulpturen und Objekten auch Kunstwerke auf Papier. Was früher als „Graphisches Kabinett“ bezeichnet und eher als Nebenschauplatz der Sammlungstätigkeit eines Museums angesehen wurde, wo die Kunstwerke, in Schränken gelagert, höchst selten das für sie schädliche Licht erblickten, hat sich in diesem Museum zu einer stattlichen Grafischen Sammlung entwickelt. Diese wird in eigens für sie vorgesehenen Räumen ausgestellt, die nicht nur lichttechnisch so gesteuert werden, dass die Kunstwerke so wenig Schaden wie möglich nehmen können, sondern auch getrennt von den anderen Sammlungsbereichen klimatisiert werden und somit eine für Papier ideale Luftfeuchtigkeit und Temperatur aufweisen.

Kunstwerke auf Papier – dazu zählen Originale wie Aquarelle, Gouachen, Zeichnungen oder Collagen sowie druckgrafische Arbeiten wie Lithografien, Radierungen, Holzschnitte und Siebdrucke – sind nicht, wie man manchmal annimmt, Nebenprodukte künstlerischer Tätigkeit und Entwürfe für Ölbilder und Skulpturen (auch wenn dies im Einzelfall durchaus sein kann), sondern vielmehr Kunstwerke ganz eigener Prägung, deren Ausstrahlung und Aussagekraft in einem anderen Medium nicht wiederzugeben ist. Man denke nur an den lasierenden und lichterfüllten Farbauftrag eines Aquarells von Emil Nolde oder an die provozierenden und dennoch harmonischen Collagen von Kurt Schwitters, um zu verstehen, wie einzigartig und an ihre Technik gebunden die Wirkung dieser Kunstwerke ist.

Zum großen Teil sind die reichen Bestände an Grafik im Sprengel Museum Hannover der Sammlertätigkeit von Dr. Bernhard Sprengel zu verdanken, der von einigen Künstlern umfangreiche Konvolute zusammenstellte und somit eine umfassende Präsentation und Darstellung deren künstlerischer Tätigkeit ermöglichte. Diese hierdurch überwiegend nach Schwerpunkten gegliederte Grafische Sammlung des Museums regte auch andere Sammler und Künstler dazu an, dem Haus wertvolle neue Konvolute zu schenken und somit den Charakter der Sammlung zu erhalten und zu vertiefen.

Das Sprengel Museum Hannover hat in der Vergangenheit schon wiederholt die Sammlungsschwerpunkte der Grafischen Sammlung in Ausstellungen präsentiert und durch Kataloge dokumentiert. So waren die Bestände des Hauses der Künstler Horst Antes, Max Beckmann, Marc Chagall, Max Ernst, Paul Klee, Emil Nolde, Pablo Picasso und C.F. Reuterswärd sowie der Künstlergruppe „Brücke“ und des "Blauen Reiter" bereits in großen und umfangreichen Präsentationen zu sehen. Aber auch kleinere Konvolute, die in der Lage sind, einen Überblick über das Schaffen eines Künstlers anhand typischer Werke zu geben, wurden bereits vorgestellt. Es sei hier an die Ausstellungen unter anderem der Werke von Lyonel Feininger, Joan Miró, T.A. Steinlen, Henri Toulouse-Lautrec, Käthe Kollwitz und Ernst Barlach erinnert.

Weitere Ausstellungen, bei denen die im Museum befindlichen Werke den Kern der Präsentation bildeten, ergänzten diese Reihe und machten weitere Sammlungsschwerpunkte bekannt. Hier sei besonders auf die Präsentationen der Werke von Kurt Schwitters, Henri Laurens oder El Lissitzky hingewiesen. Schließlich wurden auch die größeren Konvolute der Arbeiten von Robert Michel und Ella Bergmann-Michel, die sich als Dauerleihgabe im Sprengel Museum Hannover befinden, in einer Auswahl präsentiert.

Weitere Informationen:
Dr. Karin Orchard

www.netzwerk-graphische-sammlungen.com

Bestand der Grafischen Sammlung
Druckgrafik [PDF]
Zeichnung [PDF]



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Max Beckmann
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Paul Klee
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