Niki de Saint Phalle – The Big Shots


26. April 2016 – 29. Januar 2017
Sprengel Museum HannoverSprengel Museum Hannover
Zum Auftakt der Sammlungspräsentation 130% Sprengel eröffnet das Sprengel Museum Hannover die Einblickshalle mit einer Auswahl zentraler Arbeit¬¬¬¬en von Niki de Saint Phalle aus ihrer großzügigen Schenkung im Jahr 2000.

Niki de Saint Phalle – The Big Shots
präsentiert die künstlerische Entwicklung anhand ausgewählter Werke von Beginn der 1960er bis in die 1990er Jahre. De Saint Phalles frühe Emanzipation als Künstlerin manifestieren die Schießbilder: mit einem ebenso zerstörerischen wie produktiven Akt der Selbstermächtigung beginnt sie 1961, auf ihre eigenen Bilder zu schießen, um sie „bluten zu lassen“. Dadurch ergießt sich Farbe aus den eingegipsten Farbbeuteln hinter der Oberfläche, befleckt die Bilder und gestaltet so eine neue Bildform. ¬Ein wichtiges Beispiel ist die Hommage to Bob Rauschenberg – Shot by Rauschenberg (1961), eine in Ehrung an den derzeit bereits berühmten amerikanischen Künstler Robert Rauschenberg gefertigte Assemblage, die sie von ihm selber beschießen ließ.

In den großen Materialbildern der 1960er Jahre misst sich Niki de Saint Phalle mit diesen Heroen wie sie sich von vielen Zwängen ideell wie materiell befreit. Saint Sébastien or Portrait of my Lover (1961) ersetzt den Kopf des Geliebten durch eine Wurfscheibe, die mit Pfeilen durchbohrt wird, La Mort du Patriarche (1962) rechnet mit der durch Muskeln, großen Phallus und kleinen Kopf charakterisierten väterlichen Figur ab. Schließlich sind die großen Altarbilder wie das eindrucksvolle Triptychon Ahriman et Lucifer attaquent (1962) Behauptungen gegenüber der eingrenzenden Ideologie und Hierarchie der institutionalisierten Kirche. Fabelwesen und Drachen, die „Monster“ der Kindheit und der Gegenwart bevölkern die großen Tafeln und Figuren gemeinsam mit Kampfflugzeugen, Babypuppen und Kruzifixen: die wilde und bunte Welt de Saint Phalles vereint Spiel und Destruktion, Erzählung und Realitätsbezug in originären und energiegeladenen Bilderfindungen.

Mit den ‚Nanas’, die hier mit der wunderbaren großen Gwendolyn (1966-90) vertreten sind, hat de Saint Phalle eine poetische, kraftvolle und raumgreifende Frauen- und Mutterfigur gefunden. Ihre offensive und fröhliche Farbigkeit und Körperlichkeit weist auch als Großskulptur den Weg zu späteren Installationen und Brunnen und Gärten.

In den späten 1970er Jahren beginnt de Saint Phalle mit der Ausgestaltung ihres
Tarotgartens im italienischen Garavicchio, an dem sie über fünfzehn Jahre arbeiten sollte. Als gestalterische Grundlage dienen ihr die 22 Trumpfkarten eines Tarot-Kartenspiels, die Großen Arcana, die sie mit Hilfe des Bildhauers Jean Tinguely in dreidimensionale Figuren und begehbare Skulptur-Architekturen übersetzt. De Saint Phalle schafft ihre eigene Interpretation dieser Figuren und kreiert so einen Zaubergarten, den sie von dem befreundeten Architekten Mario Botta mit einer schützenden Mauer abgrenzen lässt. In der zentralen Sphinx bezieht sie zeitweise ihr Atelier, von dem aus sie die zahlreichen Mitarbeiter dirigiert und versorgt. In dieser Ausstellung wird neben dem Gartenmodell aus Plastilin auf Küchenbrett eine Auswahl der Modelle gezeigt.

Den Abschluss der Präsentation bilden die großformatigen Skulpturen mit Mosaiken, wie der Obélisque de miroirs (1993), der auf die Grotte in den Herrenhäuser Gärten in Hannover von 2000 vorausweisen, eines der letzten Großprojekte von Niki de Saint Phalle.


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