absichtlich / zufällig

Kunst zwischen Kontrolle und Unberechenbarkeit aus der Sammlung des Sprengel Museum Hannover
29. November 2017 – 18. Februar 2018
Sprengel Museum HannoverSprengel Museum Hannover
Sammlungspräsentation
 
Kaum ein Phänomen ist so omnipräsent wie der Zufall. In der Natur, in Biologie und Physik, in der Philosophie, in Literatur und Musik: überall ist der Zufall am Werk. Der Zufall als Inspirationsquelle und schöpferische Instanz hat auch die bildende Kunst stark geprägt. In den letzten Jahren haben sich immer mehr Künstlerinnen und Künstler für den Zufall interessiert und unterschiedliche Methoden gefunden, um dieses Prinzip auszuloten und in den künstlerischen Prozess einzubeziehen. Zahlreiche zeitgenössische Künstler nutzen den Zufall, ohne jedoch die Kontrolle und den Einfluss auf ihre Werke zu verlieren, indem sie versuchen, den Zufall zu disziplinieren, zu lenken oder sogar zu inszenieren. Genau um dieses Zusammenspiel zwischen Kontrolle und Unvorhergesehenem, um diese gegenseitige Durchdringung von Planung und Überraschung geht es in der Ausstellung absichtlich / zufällig.
 
Durch verschiedene Medien (Malerei, Fotografie, Video, Installation) beweisen die ausgewählten Werke, wie sich die zwei gegensätzlichen Ansätze von Berechenbarkeit und Absichtslosigkeit gegenseitig bedingen. Gerhard Richter greift das Prinzip des Zufalls insbesondere für die Werkgruppe der Abstrakten Bilder auf. Er experimentiert mit dem vertikalen und horizontalen Abschaben von noch feuchten Farbschichten mit einer Rakel, so dass teilweise unvorhersehbare Farbkombinationen entstehen. Wolfgang Tillmans integriert den Zufall in seinen kameralosen Fotografien aus der Serie Silver (seit Mitte der 1990er-Jahre), in denen das Fotopapier zufällige Schmutzspuren und Flecken von Silbersalzen trägt, nachdem es in einer mit Wasser gefüllten, nur bis zu einem bestimmten Grad gereinigten Maschine entwickelt wurde. Eine Art gelenkten Zufall zeichnen die Videoinstallation „Dice 2“ (2000) von Dieter Kiessling sowie das Video „Random Cuts“ (1993) von Christoph Girardet aus. In der ersten Arbeit wird das Thema des Zufalls durch das Motiv der Würfel ironisiert, weil sie, jede Vorhersage herausfordernd, immer wieder dasselbe ergeben. In der zweiten Arbeit, eine abstrahierte Filmcollage, sind zwölf kurze Einstellungen (Hahnenkämpfe, Samuraiduelle, Comicschlachten) nach einem gesteuerten Zufallsprinzip montiert. Zu Beginn nur kurz aufflackernd, offenbaren sie nach und nach ihren Inhalt und enthüllen die Logik ihrer Montage, die tatsächlich gar nicht ‚random‘ (zufällig), sondern minutiös geplant ist.
 
Gezeigt werden weitere namhafte, internationale Künstlerpositionen wie z. B. John Baldessari, Isa Genzken, William Kentridge, Dieter Kiessling, Rüdiger Stanko und Timm Ulrichs. Die Sammlungspräsentation findet in der Unteren Sammlung, Raum K10, statt.

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